Weltkirchliche Missions- und Hilfswerke

Als frohe und befreiende Botschaft ist das Evangelium Antwort auf die tiefsten Fragen und Sehnsüchte der Menschen. Deshalb muss die Verkündigung der christlichen Frohbotschaft in Wort und Tat die ?Zeichen der Zeit? wahrnehmen und deuten (Gaudium et spes, 1; 11 u. a.); sie muss eingehen auf die Fragen der Menschen und die Probleme der jeweiligen Zeit. So muss die Kirche im Licht des Evangeliums ihren besonderen Beitrag leisten zum Aufbau einer gerechteren und solidarischeren Welt. Sie muss mit ihrer Botschaft wie ein Sauerteig alle Bereiche des menschlichen Lebens und der Kultur durchdringen (vgl. Mt 13,33).

Ein wichtiger Weg, auf dem die Kirche in Deutschland diesen Beitrag leistet, sind die weltkirchlich orientierten Einrichtungen. Sie sind aus unterschiedlichen Anlässen und mit unterschiedlichen Zielsetzungen gegründet worden; sie haben sich vielfältig in der Verkündigung (Martyria), speziell in der missio ad gentes, und im sozial-caritativen Dienst (Diakonia) bewährt. Sie führen in Situationen der Gefahr, bei Katastrophen und beim Auftreten akuter Not keine Grundsatzdebatten, sondern leisten umgehend wirksame Hilfe ? wie der barmherzige Samariter dem Bedrängten am Straßenrand unverzüglich geholfen hat (vgl. Lk 10,25-37). Über die akute Not- und Katastrophenhilfe hinaus geht es auch um strukturelle Hilfe. Dabei gilt das sozial-caritative und entwicklungspolitische Engagement den Armen. Alle weltkirchlichen Einrichtungen und Initiativen arbeiten unter Wahrung ihrer Identität zusammen mit Institutionen und Gruppen verschiedenster Prägung. Sie geben zugleich in der Kirche wie in der Gesellschaft Zeugnis von Grund und Ziel ihres christlich motivierten und orientierten Engagements.