Der Andere Dienst im Ausland (ADiA)

Der Andere Dienst im Ausland ist gesetzlich geregelt (§14b des Zivildienstgesetzes) und eine Alternative zum Zivildienst in Deutschland. Er ist kein Ersatz, vielmehr werden junge Männer, die den ADiA im Ausland geleistet haben, vom Zivildienst befreit.

Nach den Bestimmungen des Zivildienstgesetzes wird der „Andere Dienst im Ausland“ (ADiA) nur dann als Zivildienstersatz anerkannt, wenn er über eine gesetzlich anerkannte Trägerorganisation abgeleistet wird. Die in Deutschland ansässigen Trägerorganisationen müssen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) anerkannt sein. Der Dienst dauert zwei Monate länger als der Zivildienst und muss vor Vollendung des 23. Lebensjahres angetreten werden. Wird der ADiA vorzeitig beendet, wird nur die Zeit, die über zwei Monate hinaus abgeleistet wurde, auf den Zivildienst angerechnet. Sofern bereits ein Einberufungsbescheid zum Zivildienst vorliegt, ist ein ADiA nicht mehr möglich.

Der ADiA wird von erfahrenen Organisationen durchgeführt, die in einem Informationsblatt des Bundesamtes für den Zivildienst (BAZ) aufgelistet sind (siehe weitere Informationen). Grundlage für den Dienst ist ein frei vereinbarter privatrechtlicher Vertrag zwischen der anerkannten Trägerorganisation und dem Freiwilligen.


Voraussetzungen:
Der Dienst muss vor Vollendung des 23. Lebensjahres angetreten werden. Wenn bereits ein Einberufungsbescheid zum Zivildienst vorliegt, ist ein ADiA nicht mehr möglich.

Die Voraussetzungen für einen Einsatz sind je nach Trägerorganisation unterschiedlich. Grundkenntnisse in der Sprache des Einsatzlandes oder zumindest die Bereitschaft zum Erlernen der jeweiligen Landessprache sind aber fast immer erwünscht. Je nach Einsatzbereich werden z.B. handwerkliche, pädagogische, soziale oder kaufmännische Fähigkeiten vorausgesetzt. Bei Organisationen aus dem kirchlichen Bereich ist eine Konfessionszugehörigkeit wichtig. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist manchmal von Vorteil.


Vorbereitung:
Eine Vorbereitung und Begleitung ist bei den meisten Entsendeorganisationen integraler Bestandteil des Dienstes. Die Vorbereitung wird von den Entsendeorganisationen individuell, je nach persönlichem Bedarf der Freiwilligen und den Anforderungen von Seiten der Einsatzstelle gestaltet.


Leistungen:
Der Dienst wird auf der Grundlage eines frei zu vereinbarenden privatrechtlichen Vertrages zwischen dem anerkannten Kriegsdienstverweigerer und dem Träger durchgeführt.

Die Entsendeorganisation kommt für Unterkunft, Verpflegung und die Reisekosten auf. Der Träger ist gesetzlich verpflichtet, für die Dauer des unentgeltlich geleisteten Dienstes für eine angemessene Unfall- und Auslandskrankenversicherung zu sorgen. Auch der Fortbestand des Versicherungsschutzes in der sozialen oder privaten Pflegeversicherung ist zu gewährleisten. Bei Ableistung des ADiA wird Kindergeld gezahlt.

Nach Ablauf der Tätigkeit haben die Freiwilligen Anspruch auf eine Bescheinigung aus der hervorgeht, dass sie den ADiA geleistet haben. Sie wird vom Bundesamt für den Zivildienst und der Trägerorganisation ausgestellt. Der ADiA wird bei der Vergabe von Studienplätzen berücksichtigt.


Rückkehr:
Eine Auswertungsveranstaltung nach dem ADiA ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird allerdings von vielen Entsendeorganisationen angeboten



Mehr Information

Informationsblatt "Andere Dienste im Ausland"

www.zivildienst.de