weltwärts - Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst "weltwärts" ist gesetzlich nicht geregelt. Basis für die Durchführung ist eine Richtlinie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Richtlinie zur Umsetzung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes "weltwärts"). Das Programm wird aus staatlichen Mitteln gefördert.

Der Dienst richtet sich an junge Menschen, die nach der Schule oder Ausbildung für 6 bis 24 zusammenhängende Monate in Entwicklungsländern mitarbeiten wollen. Übergreifend geht es bei den Einsätzen um Armutsbekämpfung. Dazu gehören Arbeitsfelder wie Gesundheit, Landwirtschaft, Bildung, Menschenrechte, Wasser, Umweltschutz, Demokratieförderung, Jugendbeschäftigung, Not- und Übergangshilfe und Sport. Die Freiwilligen arbeiten in den Projekten "volldienstlich", i.d.R. 40 Wochenstunden, mit.

Entsendet werden die Freiwilligen über Organisationen, die vom BMZ als Träger anerkannt sind. Die Einarbeitung, Beschäftigung und Betreuung der Freiwilligen wird vor Ort von Partnerorganisationen gewährleistet.


Alternative zum Zivildienst
weltwärts kann als Alternative zum Zivildienst geleistet werden (entsprechend § 14b Zivildienstgesetz). Die Anerkennung ist an folgende Bedingungen geknüpft: Der Freiwilligendienst über weltwärts dauert mindestens zwei Monate länger als der übliche Zivildienst von derzeit elf Monaten. Er muss vor Vollendung des 23. Lebensjahres angetreten und vor Vollendung des 24. Lebensjahres beendet sein. Der Dienst muss über eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) als Träger bzw. Projektstelle des Anderen Dienstes im Ausland (ADiA) anerkannte Entsendeorganisation erfolgen.


Voraussetzungen
weltwärts richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren. Der Freiwilligendienst ist offen für deutsche StaatsbürgerInnen und Nicht-Deutsche mit dauerhalftem Aufenthalt und Aufenthaltsrecht/-titel in Deutschland. BewerberInnen sollten einen Hauptschul- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung, Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife bzw. vergleichbare Voraussetzungen mitbringen und über gute Grundkenntnisse einer im Gastland gesprochenen Sprache verfügen. Sie müssen außerdem bereit sein, sich vor, während und nach ihrer Einsatzzeit tatkräftig entwicklungspolitisch zu engagieren.


Vorbereitung
In Vorbereitungsseminaren werden insbesondere entwicklungspolitische Fragestellungen und Anforderungen angemessen behandelt. Die Einführung in die Lebens- und Arbeitsrealität im Gastland muss vor allem auch zu Beginn des Einsatzes vor Ort möglichst mit einem gesonderten Seminar erfolgen. Vorbereitende und begleitende Sprachkurse wie auch Bildungsmaßnahmen werden insbesondere auch vor Ort angeboten. Spätestens bis zur Hälfte des Einsatzes wird ein übergreifendes Zwischenseminar zur Reflexion und Strategieentwicklung vor Ort oder regional durchgeführt. Insgesamt umfasst das Begleitprogramm neben den Sprachkursen mindestens 25 verpflichtende Seminartage. Davon sollen mindestens 12 Tage für die Orientierungs- und Vorbereitungsphase, 5 Tage für das Zwischenseminar und 5 Tage für ein Rückkehrerseminar verwandt werden.


Leistungen
Im Rahmen der Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zahlt die Entsendeorganisation monatlich ein Taschengeld. Sie sorgt für eine angemessene Unterkunft und Verpflegung. Übernommen werden auch Kosten für die Reise, die Vorbereitung und den Versicherungsschutz.
 

Rückkehr
Den Freiwilligen wird nach ihrer Rückkehr im Zusammenwirken mit dem Projektträger / der Einsatzstelle ein Zeugnis bzw. ein Zertifikat ausgestellt. Zur Auswertung und Reflexion des Einsatzes führen die Entsendeorganisationen ein verpflichtendes Rückkehrer-Seminar durch. Darüber hinaus unterstützen sie die Rückkehrerinnen und Rückkehrer aktiv beim Weitertragen ihrer Erfahrungen und bei ihrem gesellschaftlichen und entwicklungspolitischen Engagement in Deutschland.
Nach der Zeit mit weltwärts können die Freiwilligen dem weltwärts-Sekretariat weiterführende Initiativen und an den Freiwilligendienst anschließende Projekte vorschlagen. Ein weltwärts-Fonds sieht die gezielte Förderung der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit durch Rückkehrerinnen und Rückkehrer vor. Insbesondere werden öffentlichkeitswirksame Projekte zum Thema globales Lernen unterstützt. Projekte dieser Art profitieren besonders von persönlichen Erfahrungen zu Themen und Problemstellungen aus der Entwicklungszusammenarbeit.

weltwärts und Bewerbung an Hochschulen
Gem. § 19 Abs. 1 Ziffer 3 VergabeVO ZVS wird weltwärts im zentralen Vergabeverfahren als Freiwilligendienst im Rahmen eines von der Bundesregierung geförderten Modellprojektes anerkannt. Damit gilt für weltwärts von der ZVS dasselbe Verfahren wie ein FSJ oder FÖJ  oder ein Wehr- oder Zivildienst. Der weltwärts-Freiwilligendienst kann somit als ein Kriterium für die Vorrangigkeit für die Vergabe eines Studienplatz angerechnet werden. weltwärts-Freiwillige haben nach dem Dienst einen Anspruch auf erneute Zulassung, wenn sie während des Dienstes ein Studienangebot bekommen und dieses wegen des Dienstes nicht annehmen konnten. Des Weiteren läuft selbstverständlich die Wartezeit wie gehabt während des Dienstes weiter.

Umgang mit Abbrüchen von weltwärts-Freiwilligendiensten
Ein weltwärts-Freiwilligendienst ist von hoher Verbindlichkeit gekennzeichnet. Ein Abbruch sollte daher nur stattfinden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden und gemeinsam mit dem Mentor oder der Mentorin, der Entsende- und der Partnerorganisation eine Lösung gesucht wurde. Dennoch kann es trotz aller Bemühungen zu einem Abbruch kommen. Für diesen Fall haben BMZ und weltwärts Beirat eine Abbruch-Regelung entwickelt, die auf der Homepage eingesehen werden kann. Damit wird geregelt, welche Schritte eingeleitet werden müssen, welche Kosten von wem übernommen werden sollten etc.



Mehr Information

www.weltwaerts.de