Pater Liberat Weiß


Aus Konnersreuth stammt der selige Franzinskaner P. Liberat Weiß. Mit Jahresbeginn 1705 begann für ihn  das schwierige und opferreiche Unternehmen "Äthiopienmission". Erst 1712 erreichte er zusammen mit P. Michele Pio und P. Samuel Marzorati das Land. Die politischen Wirren, die rasch wechselnden Machtverhältnisse, das Misstrauen des Volkes und die Gegnerschaft der äthiopischen koptischen Kirche und Mönche führen Anfang 1716 zu einem Prozess gegen die ungebetenen "Franken", der mit dem Todesurteil endete. Am 3. März 1716 wurden P. Liberat, P. Michele und P. Samuel am Berg Abo gesteinigt. Zuvor hatten sie in Treue zur katholischen Lehre die Annahme des Monophysitismus und der Beschneidung verweigert. Ein langer Kreuzweg war mit dem Tod zu Ende gegangen. Am 20. November 1988 sprach Papst Johannes Paul II. die drei Märtyrer selig.


Pater Martin Schwarz


Der 1721 in Amberg geborene Martin Schwarz reiste 1753 nach Guaricurú (Brasilien) aus, wo er sich 1755 durch seine letzten Gelübde endgültig an den Jesuitenorden band. Schon 1760 musste er jedoch aufgrund politischer Kämpfe die Mission verlassen. Er wurde aus der Amazonas-Mission zunächst im Ordenskolleg zu Pará interniert und ab September 1760 nach Europa zurückbefördert. 17 Jahre wurde er zusammen mit vielen anderen Jesuiten im Kerker von St. Julian (Portugal) festgehalten ohne Verhör und ohne Gerichtsverfahren. Er erlebte dort 1776 die Auflösung des Jesuitenordens. Ein Politikwechsel brachte ihm am 27. Juni 1777 die Freiheit. Er kehrte nach 24 Jahren als 56-jähriger kranker Mann am 31. August 1777 nach Amberg zurück. Dort traf er noch seine 85-jährige Mutter an. 

Begleitet wurde er sein ganzes Leben lang von dem Gnadenbild der Mutter mit dem geneigten Haupt, das heute in der Kirche St. Ignatius in Essen verehrt wird.


Erzabt Bonifaz Wimmer


1809 wurde in Thalmassing P. Bonifaz (Sebastian) Wimmer geboren. Nach seiner Gymnasialzeit in Regensburg studierte er zunächst in Regensburg (1836), dann in München (1827?1830) Theologie und wurde 1831 zum Priester geweiht. Er trat 1832 in das 1830 von König Ludwig I. wiederbegründete Benediktinerkloster St. Michael in Metten ein, erhielt den Ordensnamen Bonifaz und legte am 29. Dezember 1833 die feierliche Profess ab. 1846 erhielt er die Erlaubnis, mit vier Postulanten und 14 Laienbrüdern eine benediktinische Niederlassung in den Vereinigten Staaten zu gründen. Wimmer und seine Begleiter kamen am 16. September 1846 in New York an.

Er gründete das Kloster St. Vincent in Latrobe, Pennsylvania, das 1855 zur Abtei erhoben wurde. P. Bonifaz wurde zum ersten Abt ernannt. Von St. Vincent aus wurden zahlreiche weitere klösterliche Niederlassungen als Zentren für Seelsorge und Unterricht geschaffen.

1869/70 nahm er als Präses der amerikanisch-kassinesischen Benediktinerkongregation am I. Vatikanischen Konzil teil. 1880 reiste er anläßlich der Feiern zum 1500. Geburtstag des Hl. Benedikt nach Monte Cassino, wo er als ältester der anwesenden Äbte Vorsitzender der Beratungen zur Neugestaltung des Ordens wurde. Unter seinem Vorsitz wurde dem Orden die Gestalt gegeben, die er bis heute besitzt. 1883 wurde ihm der Titel eines Erzabtes verliehen. 1887 starb er in St. Vincent.

P. Bonifaz war eine kraftvolle und unternehmungsfreudige, durch Rückschläge nicht zu entmutigende Persönlichkeit. Bleibende Bedeutung besitzt er als Begründer des Benediktinerordens in Nordamerika.


Weitere Kurzportraits Regensburger Missionsgestalten folgen.