Der MEF-Sachausschuss in der Pfarrei

Auch wenn der Bereich Weltkirche nicht explizit im Statut für die Pfarrgemeinderäte benannt ist, mögen die  Pfarrgemeinderäte – vor allem jetzt nach der Neukonstituierung – einen SACHAUSSCHUSS WELTKIRCHE oder SACHAUSSCHUSS MISSION-ENTWICKLUNG-FRIEDE einrichten, wenigstens aber einen ANSPECHTPARTNER benennen. Ausdrücklich weist das Statut darauf hin, dass in den Sachausschuss auch Mitglieder aufgenommen werden können, die nicht zum PGR gehören. Es geht dabei die grundsätzliche Anfrage an den PGR, ob er sich nur um „lokale“ Themen kümmern möchte oder auch seine weltkirchliche Verantwortung sieht und wahrnimmt. Gerade um für das Gemeindeleben die globale Dimension wachzuhalten, braucht es die kontinuierliche Zuarbeit eines Sachausschusses, damit Kirche als Gebetsgemeinschaft, als Lerngemeinschaft und als Solidar-gemeinschaft wahrgenommen wird und sich so das Charakteristikum einer katholischen, das heißt weltumspannenden Kirche verwirklicht. Ohne die weltkirchliche Dimension kann keine Gemeinde ihrem christlichen Grundauftrag gerecht werden.

 

GEBETSGEMEINSCHAFT
• Legen Sie eine Schweigeminute ein; laden Sie zu einer Gebetskette ein
• Fügen Sie im Advent, in der Fastenzeit den Fürbitten eine aktionsorientierte bei oder ergänzen Sie das Memento der Lebenden / der Toten um eine aktuelle „Zielgruppe“ (Aidskranke, Landlose etc.)
• Integrieren Sie in bestehende liturgische Formen ein Eine-Welt-Anliegen (Bittgänge, Rosenkranz)

 

LERNGEMEINSCHAFT
• Reflektieren Sie die theologische und spirituelle Dimension der Weltverantwortung
• Thematisieren Sie Mission, Entwicklung, Frieden, Gerechtigkeit, nachhaltigem Wirtschaften etc.
• Unterstützung Sie die Kampagnen und Aktionen der Werke (Adveniat, missio, MISEREOR, Renovabis, Sternsinger, …)

 

SOLIDARGEMEINSCHAFT
• „Wir dürfen im Dienst an der einen Kirche nicht zulassen, dass das kirchliche Leben in der westlichen Welt immer mehr den Anschein einer Religion des Wohlstandes und der Sattheit erweckt, und dass es in anderen Teilen der Welt wie eine Volksreligion der Unglücklichenwirkt, deren Brotlosigkeit sie buchstäblich von unserer eucharistischen Tischgemeinschaft ausschließt. [...] Die Kosten, die uns dafür abverlangt werden, sind nicht ein nachträgliches Almosen, sie sind eigentlich die Unkosten unserer Katholizität, die Unkosten unseres Volk-Gottes-Seins, der Preis unserer Orthodoxie“ (Unsere Hoffnung IV, 3).

 

MÖGLICHE AKTIONSTERMINE
• Januar: Weltfriedenstag
• 6. Januar: Dreikönigsfest / Sternsingeraktion; Afrikatag
• Fastenzeit: Misereor-Fastenaktion
• Freitag im März: Weltgebetstag der Frauen
• 6. Sonntag in der Osterzeit: Gebetstag für die verfolgte Kirche
• Christi Himmelfahrt: Bittprozessionen, dabei kann auch das Problem des Hungers thematisiert werden.
• Pfingsten: Renovabis-Sammlung
• Pfarrfeste: Gelegenheit für Aktionen
• Urlaub:  Möglicherweise Urlaubsvertretung durch einen Priester aus der Weltkirche
• Ende des Monats September: Woche der Ausländischen Mitbürger
• Sonntag im Oktober: Erntedankfest – „Tag der Regionen“
• 4. Sonntag im Oktober: Sonntag der Weltmission
• Woche vor dem Buß- und Bettag: Ökumenische Friedenswoche
• Adventszeit: Adveniat-Aktion für Lateinamerika

 

Es scheint ein Widerspruch zu sein, noch mehr Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wenn der Jahreskalender schon überbordet. Das Anliegen ist aber nicht ein Noch-Mehr an Aktionen – vorausgesetzt die weltkirchliche Dimension hat einen festen Platz in Ihrer Pfarrgemeinde – sondern eine Einbettung und Erdung in die äußere und innere Jahresplanung der Pfarrgemeinde: Nehmen Sie eine Aktion besonders intensiv in den Blick. Haben Sie Mut, neue Wege auszuprobieren. Bringen Sie Bewegung in das eigene Tun, um die schon Interessierten neu anzusprechen und vielleicht Noch-Nicht-Interessierte zu gewinnen. Setzen Sie Schwerpunkte.